DWI-Lizenz vs. Übungsleiter-C-Lizenz: Was ist der Unterschied?

DWI-Lizenz vs. Übungsleiter-C-Lizenz: Was ist der Unterschied?

Kurz zusammengefasst: Beide Qualifikationen ermöglichen es, Nordic-Walking-Kurse anzuleiten. Der Weg dorthin, der Zeitaufwand und die institutionelle Einbettung unterscheiden sich jedoch erheblich. Wer schnell und spezialisiert einsteigen will, ist mit der DWI-Lizenz gut bedient. Wer eine breite Sportverbandslizenz anstrebt, wählt den DOSB-Weg.

Was ist die Übungsleiter-C-Lizenz (DOSB)?

Die Übungsleiter-C-Lizenz ist die erste Lizenzstufe im Qualifizierungssystem des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Sie qualifiziert grundsätzlich zur Leitung von Sportgruppen im Vereinssport – unabhängig von der Sportart.

Für Nordic Walking gibt es eine spezifische Ausprägung: den DSV Übungsleiter Nordic Walking DOSB-C-Trainer Breitensport, der vom Deutschen Skiverband (DSV) als einzig anerkanntem Fachverband in Deutschland ausgestellt wird.

Eckdaten der DOSB-C-Lizenz (Nordic Walking):

  1. Umfang: 120 Lerneinheiten (LE), aufgeteilt auf mehrere Module
  2. Format: Ausschließlich Präsenz, über mehrere Lehrgänge verteilt
  3. Kosten: Ca. 300–355 € (je nach Mitgliedschaft im DSV/Skiverein)
  4. Gültigkeit: 4 Jahre, danach Verlängerung durch Fortbildung erforderlich
  5. Zugang: Über Landessportbünde und DSV-Ausbildungszentren
  6. Krankenkassenanerkennung: Möglich – aber nur in Kombination mit einer zusätzlichen Übungsleiter-B-Lizenz „Sport in der Prävention“ (2. Lizenzstufe, weitere 60 LE)

Das bedeutet: Mit der C-Lizenz allein kann man noch keine krankenkassengeförderten Präventionskurse nach § 20 SGB V anbieten. Dafür braucht es die B-Lizenz als Aufbaustufe – oder eine gleichwertige Berufsausbildung (z. B. als Physiotherapeut:in oder Sportlehrer:in).

Was ist die DWI-Lizenz?

Die DWI-Trainer-Lizenz wird vom Deutschen Walking Institut e. V. (DWI) vergeben – einem gemeinnützigen Verein mit über 25 Jahren Ausbildungserfahrung und einer wissenschaftlichen Verankerung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Die Ausbildung ist bewusst spezialisiert: Sie vermittelt ausschließlich Walking und Nordic Walking – dafür auf einem sportwissenschaftlich fundierten Niveau, entwickelt von Prof. Dr. Klaus Bös und weiteren Hochschulprofessoren.

Eckdaten der DWI-Lizenz:

  • Umfang: Flexibler Online-Theorieteil (ca. 16–24 Stunden Selbststudium) + 8-Stunden-Praxistag
  • Format: Hybrid – E-Learning im eigenen Tempo, Präsenztag in Karlsruhe oder Leverkusen (wählbar)
  • Kosten: 249 € (regulär) / 169 € (Studierende)
  • Zugriff zum Lernmaterial: Lebenslang
  • Zugang: Direkt über walking.de
  • Krankenkassenanerkennung: ZPP-zertifiziertes Kurskonzept inklusive (gegen 10 € Lehrbuchgebühr) – bei Vorliegen der persönlichen Anbieterqualifikation sofort einsetzbar

Der entscheidende Unterschied: Was bedeutet ZPP-Zertifizierung?

Viele Menschen verwechseln die Lizenz des Trainers mit der Zertifizierung des Kurskonzepts. Beides ist notwendig, um Kurse krankenkassengefördert anzubieten.

Die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) prüft und zertifiziert Kurskonzepte nach § 20 SGB V. Das bedeutet: Teilnehmende können sich einen Teil der Kursgebühren von ihrer Krankenkasse erstatten lassen.

Damit ein Kursleiter ZPP-zertifizierte Kurse anbieten darf, braucht er zwei Dinge:

  1. Persönliche Anbieterqualifikation – z. B. Physiotherapeut:in, Sportwissenschaftler:in, Sportlehrer:in oder ÜL-B-Lizenz „Sport in der Prävention“
  2. Einweisung in ein ZPP-zertifiziertes Kurskonzept

Die DWI-Ausbildung liefert Punkt 2 direkt mit – das ZPP-zertifizierte Kurskonzept (8×60 und 10×60 Minuten) ist Bestandteil der Ausbildung. Wer Punkt 1 bereits erfüllt (z. B. als Physiotherapeut:in), kann sofort loslegen.

 

Die DOSB-C-Lizenz allein erfüllt weder Punkt 1 noch automatisch Punkt 2. Erst die Kombination mit der B-Lizenz und einer gesonderten Kurskonzept-Einweisung schafft dieselbe Grundlage.

Direkter Vergleich auf einen Blick

Kriterium DWI-Lizenz DOSB-C-Lizenz (Nordic Walking)
Anbieter Deutsches Walking Institut e.V. Deutscher Skiverband (DSV) / DOSB
Umfang Online + 1 Praxistag (ca. 1–2 Tage gesamt) 120 Lerneinheiten, mehrere Module
Format Hybrid (E-Learning + Präsenz) Ausschließlich Präsenz
Kosten 249 € / 169 € (Studierende) Ca. 300–355 €
Vereinsmitgliedschaft nötig Nein Nicht zwingend, aber günstiger
ZPP-Kurskonzept inklusive Ja (gegen 10 € Lehrbuchgebühr) Nein (separate Einweisung nötig)
Krankenkasse direkt Bei vorhandener Anbieterqualifikation: Ja Erst ab ÜL-B-Lizenz möglich
Wissenschaftliche Basis KIT / Prof. Dr. Klaus Bös DSV / DOSB-Rahmenrichtlinien
Sportartfokus Walking & Nordic Walking Breitensport (Walking als Profil)

Für wen ist welche Lizenz die richtige Wahl?

Die DWI-Lizenz passt, wenn du…

  • als Physiotherapeut:in, Sportwissenschaftler:in oder Sportlehrer:in schnell in die Kursleitung einsteigen willst
  • eine spezialisierte, wissenschaftlich fundierte Walking-Qualifikation suchst
  • flexibel lernen möchtest – ohne feste Seminartermine über Monate
  • dein CV gezielt um Walking-Kompetenz ergänzen willst (z. B. für Studium oder Therapiepraxis)
  • ZPP-zertifizierte Kurse anbieten möchtest und die Anbieterqualifikation bereits mitbringst

Die DOSB-C-Lizenz passt, wenn du…

  • eine breite DOSB-Vereinslizenz anstrebst, die im deutschen Vereinssport anerkannt ist
  • langfristig verschiedene Sportarten im Vereinskontext unterrichten möchtest
  • ohnehin Mitglied in einem Sportverband bist und den strukturierten Ausbildungsweg bevorzugst
  • die Lizenz als Teil einer längeren DOSB-Qualifizierungskette (bis zur B-Lizenz) planst

Kann ich beide Lizenzen kombinieren?

Ja – und das macht in bestimmten Kontexten Sinn. Die DWI-Lizenz kann als spezialisierter Walking-Nachweis neben einer DOSB-Lizenz geführt werden. Für viele Physiotherapeut:innen, Sportwissenschaftler:innen und Fitnesscoaches ist die DWI-Lizenz der schnellere und direktere Weg in die aktive Kursleitung – während die DOSB-Struktur eher für den klassischen Vereinssport relevant ist.

Fazit

Die Frage „DWI oder DOSB?“ lässt sich nicht pauschal beantworten – sie hängt vom eigenen Berufsprofil, dem angestrebten Einsatzbereich und dem verfügbaren Zeitrahmen ab.

Wer bereits eine Grundqualifikation im Gesundheits- oder Sportbereich mitbringt und gezielt Walking-Kurse anbieten möchte, findet in der DWI-Lizenz den direktesten Weg: spezialisiert, wissenschaftlich fundiert, ZPP-kompatibel und ohne jahrelangen Ausbildungsweg.

Wer hingegen eine umfassende DOSB-Vereinslizenz aufbauen und im klassischen Vereinssport tätig sein möchte, ist mit dem DSV-Ausbildungsweg gut beraten – sollte aber einplanen, dass die alleinige C-Lizenz noch keine Krankenkassenkurse ermöglicht.

Du möchtest die DWI-Trainer-Lizenz erwerben? Alle Informationen zur Ausbildung, zu Terminen und Preisen findest du auf walking.de/dwi-zertifizierte-walking-ausbildung.

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